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Hans Beletz

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Steirer Monat
Hans Beletz braucht Freiräume zum Malen
Freiraum auf 90 Quadratmeter

Hans BeletzMeerschweinchen Bumba hat es schön. Das Tierchen hat viel Platz für sich in seinem Käfig und residiert noch dazu auf dem Balkon. Der besitzer Hans Beletz hat es da schon ein bisschen enger. Er lebt mit seiner Gattin ELisabeth und den beiden Töchtern Johanna (4) und Maria (7) auf 90 Quadratmeter Altbau in der Grazer Innenstadt. Und eng ist es vor allem deshalb, weil Hans Beletz ist: Ein ganzes Zimmer füllen seine Werke bis an die Decke, denn der Künstler schwingt Feder und Pinsel wie besessen: " Das hat im Kindesalter begonnen, mit sechs Jahren fertigte ich erste Auftragswerke an". Heute ist Hans Beletz für seine Tusche- Aquarell- Technik weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt. Renommierte Galerien auf der ganzen Welt wollen seine Bilder ausstellen.

Der 45- jährige bleibt gelassen, lehnt sich gegen seinen Schreibtisch und betrachtet den Raum. Gerne umgibt er sich Erinnerungen - Antiquitäten sind ihm deshalb ans Herz gewachsen:
"Der Tisch hier ist Art déko, glaube ich, ich kaufe viele meiner Einrichtungsgegenstände im Dorotheum oder beim Antiquitätenhändler." "Erzähl´ doch einmal wie lange du gebraucht hast, um unsere Wohnzimmergarnitur zu kaufen", fordert Gattin Elisabeth auf. Nun, in exakt zwei Sekunden war damals die Entscheidung getroffen. Der Maler Hans Beltz ist spontan: "Und dann wiederum fällt mir gar nichts ein, ich gehe durch die Strassen und mein Kopf ist leer, keine Bilder wollen entstehen. Ich grüble zu sehr."

Neben der 50er- Jahre Sitzgruppe wird das Wohnzimmer von einer nüchternen Phonoanlage aus dem Hause "Ligne Roset" akzentuiert:
"Wir kombinieren gerne Altes mit Neuem, es fügt sich wunderbar ineinander." Die ehrwürdige Anrichte hat durch Johanna und Maria einen infatilen Anstrich bekommen, die Mädchen haben Bienchen aufgeklebt: "Das ist Sumsi", erklärt Maria und die jüngere Schwester turnt auf ihrem bunten Stuhl in der Mal- Ecke und präsentiert stolz ihre Pickerlsammlung.

"Wenn man auf so engem Raum zusammen lebt, muss jeder Winkel genutzt werden", spricht der Künstler aus Erfahrung. Vorrangwird dabei immer den Bildern eingeräumt, sie hängen im Wohnzimmer, dienen als Küchen- Kacheln, zieren das Vorzimmer und das Klo? Nein, am "Stillen Örtchen" steht ein Schuhschrank. Ein gewöhnlicher Anblick.

"Ich lebe kein herkömmliches Leben, ich bin mal dort mal da, wo mich meine innere Stimme hinführt, dort male ich." Gar nicht leicht für die Familie. Die Sommermonate werden jedoch gemeinsam verbracht. In Italien, dem Land der nie endenwollenden Inspirationen für jede empfindsame Seele: "Meien Frau stammt aus Bozen, sie besucht ihre Familie und ich kann dabei meiner Arbeit nachgehen:"

Der Einfluss von Elisabeth Beletz ist deutlich überall im Raum spürbar: getrocknete Rosensträusse, bemalte Tontöpfe und kleine Figuren lockern das schwerfällige Mobilar auf. Die anmutige Frau war es auch, die in der winzigen Küche eine hölzerne Getreidemühle zum Blickfang auserkor - und so zugleich auch alternatives Kulinarium ihrem Gatten schmackhaft gemacht hat. Von der Küche erreicht man direkt das Badestübchen, wo eine lustige Ente breitwillig Seife spendet. Un dann gehts in dieser Richtung noch auf den Balkon, der einen Blick in den schattigen Hinterhoffrei gibt und so die zeitweilige Beengtheit in der Wohnung auflöst.
Dort eben lebt Bumba, das Meerschweinchen. Und hat viel, viel Platz im Heim des Malers.

Michaela Krainz