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Hans Beletz

Atelier:
Brockmanngasse 67
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Vorwort Katalog
Über Hans Beletz und seine lebensfrohe Bilderwelt
Ein geselliger Einzelgänger

Hans BeletzVor Jahresfrist konnte der Maler Hans Beletz bereits auf die 100. Ausstellung seiner Bilder zurückblicken - eine gewiss ungewöhnliche Zwischenbilanz, wenn man bedenkt, dass der Künstler erst 44 Jahre alt und überhaut erst seit 1983 an die Öffentlichkeit getreten war.

Diese Premiere fand in der - bereits legendären - "Galerie Schillerhof" statt, die von dem aus Osttirol gebürtigen Maler Bernhard Eisendle geleitet wurde. Ihre Glanzzeit hatte diese Kaffeehausgalerie freilich schon hinter sich: 1969 war sie von Eugen Lendl und Gregor Traversa als eine Art "Kaderschmide" für den aufstrebenden Künstlernachwuchs gegründet worden, und es gab in den Folgejahren auch immer wieder Erstpräsentationen von mitunter überraschender Qualität. Heute haben Lendl als selbständiger Galerist und Traversa als Meister der anspruchsvollen Original und Druckgrafik längst überregionale Bedeutung erlangt und auch in den internationalen Kunstmarkt Eingang gefunden. Dies hat mit Hans Beletz insofern zu tun, als auch er zu jenen "Aufsteigern" gehört, die sich nicht von den Forderungen des Marktes beeinflussen lassen müssen, weil sie genügend Kapazität haben, um sich mit sanfter Gewalt selbst in die geeigneten Marktnieschen einfügen zukönnen.

Der Künstler muss ja nicht unbedingt ein armer Teufel sein, der sich mit Hilfe milder Gaben notdürftig über Wasser hält und sein Aussenseitertum womöglich noch für vorbildlich hält - er muss aber auch beileibe nicht gleich ein "Malerfürst" a la Rubens oder Makart sein, um sich als ein besonders kostbares Mitglied der menschlichen Gesellschaft zu erfahren. Extreme sind gewiss nötig, wenn es darum geht, die Grenzen unserer Erlebnisfähigkeit abzustecken, aber wie Albrecht Dürrer und Hans Sachs wohl Einzelgänger, aber auch Bürger unter Bürgern waren, braucht sich heutzutage kein Künstler zu schämen, gewissermassen ein geselliger Einzelgänger zu sein - wie es etwa die unvergessenen Grazer "Lokalmatadore" Willibald Karl und Elek Vajda waren, aber auch der bereits erwähnte Bernhard Eisendle glücklicherweise noch immer ist: lauter Malerpersönlichkeiten von unbestrittener Eigenart, aber zugleich voll integrierte Teilhaber einer Kulturgesellschaft, deren Wertverständnis nicht verachtet werden sollte, weil es zu nicht geringen Teilen auch auf mitmenschlicher Sympathie beruht.Da Hans Beletz einer jener Künstler ist, deren Bilder nicht erklärt zu werden brauchen, sondern "für sich selbst sprechen", kann sich der Benützer dieses Kataloges durchaus an dessen Illustrationen halten; dennoch ist es immer gut, sich nicht nur optisch, sondern auch gedanklich mit einer lebensfrohen Bilderwelt wie der von Hans Beletz auseinanderzusetzen.

Wer sich ein ein wenig in der neueren Kunstgeschichte auskennt, wird unschwer feststellen können, dass Meister wie der Franzose Raoul Dufy, der aus Graz gebürtige Wilhelm Thöny und der Wiener Kurt Moldovan es gewesen sein mussten, die den Grazer Beletz auf die Spur jener duftig- lockeren Bildgestaltung brachtren, die von Anbeginn zu seinem speziellen Markenzeichen wurde.Sein unmittelbarer Lehrer Claus Pack, der vor allem auch ein hervorragender Kunstkenner und Schriftsteller war, bestärkte Beletz gewiss in seiner Neigung, der unendlichen Fülle von Natur und Stadtlandschaften, aber auch von Figurationen aller Art auf eine von Jahr zu Jahr profilierter Weise zu stellen.

Natürlich ist Hans Beletz immer sich selbst treu geblieben, worauf gewiss auch ein Grossteil seines Erfolges zurückzuführen werden kann; dass es dennoch keien "Abnützungserscheinungen" gibt und diese Bider sich unvermindert frisch und gleichsam schaumgeboren präsentieren können, liegt eben daran, dass Beletz es "nicht einfach malen lässt" (wie beispielsweise bei seinem gleichaltrigen Kärntner Kollegen Johann Julian Taupe der Fall ist), sondern sich als ein unentwegt Reifender und Weiterentwickelnder mit behutsamen Nachdruck selbst unter Kontrolle hält und immer wieder neue Facetten seiner freundlichen Weltsicht unaufdringlich, aber noch unverkennbar in seine schönen Bilder einbringt.

Prof. Dr. Heribert Schwarzbauer