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Hans Beletz

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Vorwort Beletz - Buch
Die Freiheit eine Künstlers - worin liegt sie wirklich?
Ein Wegstück

Im wohl erworbenen Recht, auffälliger sein zu dürfen als die anderen, die Nichtkünstlernaturen? In zeitgeistkonformer Cliiquenbildung? Oder in provozierenden, tabusprengenden Happenings, die kleinbürgerliche Gemüter zum Köcheln bringen soll? Ist die Freiheit des Künstlers nicht doch sehr genau definiert? Eine wohlwollende Umschreibung für den Ausverkauf einer Menschenseele? Anders sein müssen. Noch nie Dagewesenes bieten müssen. Den Geschmack der sebsternannten Kulturelite, des Adabei- Journalismus treffen müssen. Und gleichzeitig von der unantastbaren künstlerischen Eigenständigkeit sprechen müssen...

Vielleicht liegt das Besondere an Hans Beletz darin, dass er sich kaum je Kopf und Gemüt zerbrochen hat über Wert oder Unwert der heutigen kustschaffenden In- Szene. Seit ich ihn kenne malt Hans Beletz einfach, wirft seine Aquarellierten Federzeichnungen leichtfertig hin und lässt getrost die staatstragenden Discussionen derer an sich vorbeistürzen, die glauben, im Interesse der Allgemeinheit darüber befinden zu müssen, was dem gerade aktuellen DIN- Format der Kunstschaffenden In- Szene entspricht und was als Hausfrauenmalerei des Zerreissens würdig sei. Hans Beletz spürt keine Verpflichtung, seine Seele allmorgendlich in jenes zwangsjackenhafte Werk zu stecken, auf dem neonfarben blendend die "künstlerische Freizeit" für sich wirbt. Provizierende, tabusprengende Happenings sind seine Sache nicht.

Auch das Dogma, stehts noch nie dagewesenes bieten zu müssen, rührt Ihn kaum. Unzeitgeistvoll? Aber ja! Schliesslich kann man "modern" auch auf der ersten Silbe betonen. Man kann Kunst auch schlicht als einen Hauch von Lebensfreude verstehen, bedenkenlos geblasen gegen die gebieterischen Zeitzeichen der Erstarrung.

Vielleicht liegt das besondere an Hans Beletz auch darin, dass er trotz seines Künstlerlebens in einer selbstgeschöpften, undefinierten, ungeägbaren Freiheit beste Kritiken hat. Heinrich Fuchs hat ihn in sein Lexikon der grossen österreichischen Maler des 20. Jahrhunderts aufgenommen und viele Galerien führen seine Werke seit Jahren. Die Einmaligkeit seiner Malerei, befinden Kritiker über Hans Beletz, liegt in deren Uneinordenbarkeit, in der Kraft scheinbarer Schwerelosigkeit des Strichs, in einer Auflösung von Strukturen, der dennoch nicht die Basis abhanden kommt... und einfach im Gefühl. Vielleich liegt das Besondere an Hans Beletz einfach in seiner Lebensausrichtung.

Nicht die Verdichtung ziellosen Zeitgeistes zu immer neuen Farb- und Formfluten ist seine Sache, sondern schon eher eine klassische Affinität zur Harmonie, Schönheit und Sinn. Hier müht sich ein sensibler Mensch um die lichteren Charakteristika des Heute, weigert sich, Strömungen ungefiltert in sich aufzusaugen und weiter durch seinen Pinsel fliessen zu lassen. Wenn Hans Beletz Landschaften und Menschen, Emotionen oder Situationen fokussiert, dann echot in seiner skizzenhaften Momentanaufnahme der duft des Lebens, die unergründliche, unendliche Bewegung, das machtvoll Hingehauchte, Unvergängliche.

In manchem Betrachter mag dieses Besondere etwas anrühren - eine Farben- und Formenwelt, die sich in den letzten Jahren zügig weiterentwickelt hat, sich selbst aber stets treu geblieben ist. Mag dieses Buch ein Stück jenes Pfades nachzeichnen, der Hans Beletz zum Olymp der Unverkennbarkeit geführt hat.

Werner Huemer